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Reicht mein Expertenstatus für einen guten Onlinekurs?

Erfolgreich einen eigenen Onlinekurs entwickeln – ist das nur etwas für absolute Experten in dem jeweiligen Gebiet? Wenn du als Berater, Coaches oder anderer Dienstleister – euphorisiert von den vielen Chancen – mit dem Gedanken spielst, einen eigenen Onlinekurs zu entwickeln, wirst du möglicherweise von eigenen Zweifeln wieder ausgebremst: “Kenne ich mich wirklich schon gut genug mit dem Thema aus, um anderen etwas dazu beibringen zu können?”.

In diesem Artikel werde ich nicht antworten mit: “Egal, wie viel du weißt, für irgendwen wird es schon wertvoll sein!” Das ist mir zu pauschal – und stimmt so auch nicht!

Die Frage nach deinem Expertenstatus ist durchaus wichtig für den zukünftigen Erfolg deines Onlinekurses – allerdings lohnt es sich, die Perspektive etwas zu verändern.

Statt Expertentum: Welche Fragen du besser stellen solltest, um herauszufinden, ob du “soweit bist”

Was macht denn einen “guten”, weil wirkungsvollen und hilfreichen Onlinekurs aus? Muss ein Onlinekurs-Anbieter zwangsweise tiefes und breites (Erfahrungs-)Wissen haben, um seine Teilnehmer effektiv voranbringen zu können?

Oder nochmal andersherum gefragt: Kann jeder, der sehr viel zu einem Thema weiß, dies auch gut lehren bzw. weitergeben?

Aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage daher nicht, ob du genug weißt oder genug Erfahrungswissen hast – sondern diese:

  • Wie gut kannst du dich in deine Zielgruppe und ihre Probleme, ihre Ausgangslage und ihre Lern-Bedürfnisse hineinversetzen?

und:

  • Wie gut bist du in der Lage, sie von dem Ausgangspunkt zum definierten Ergebnis des Kurses zu führen?

Klar, dabei spielt auch Erfahrung und Wissen bezogen auf das Kurs-Thema eine wichtige Rolle. Es ist aber durchaus denkbar, dass auch jemand mit nur sehr wenig Wissen zu einem Thema einen wertvollen Onlinekurs erstellt – und auf der anderen Seite, das jemand mit viel Expertenwissen einen wenig hilfreichen Kurs erstellt.

Ob du jahrelanger Experte in dem Kurs-Thema bist, gerade vor kurzem die ersten Ergebnisse für dich selbst erzielt hast (“frischgebackener Experte”) oder ob du selbst gerade noch mitten im Lernprozess bist – alles kann eine Ausgangslage für deinen Onlinekurs sein!

Es kommt vor allem darauf an, transparent und stimmig die Zielgruppe und das erzielbare Ergebnis des Kurses auszuwählen und zu definieren.

Tipps, wie du einen wirkungsvollen Onlinekurs erstellst – abhängig von deinem Expertenwissen

Je nachdem, wie viel Experte du für das geplante Kurs-Thema bist, gibt es ein paar Dinge vor allem bei der Gestaltung und Positionierung deines Kurses zu beachten. Ich spiele mal drei Szenarien durch:

  1. Du bist “Experte”

Wenn du schon einige Zeit lang Erfahrungen mit dem Thema deines Kurses sammeln konntest, einiges an Wissen angehäuft hast und schon etliche Kunden zu Ergebnissen führen konntest, hast du gute Voraussetzungen, um einen wirkungsvollen Onlinekurs aus deinem Wissen zu machen.

Eine mögliche Gefahr ist, dass deine Fähigkeit, dich in weniger erfahrene Kurs-Teilnehmer einzufühlen, im Laufe der Zeit nachgelassen hat. Du siehst die Thematik nur noch aus deiner Experten-Brille und es kann gut sein, dass du deinen Onlinekurs inhaltlich überfrachtest oder auf andere Weise deine Teilnehmer überforderst.

Dieses Phänomen, als Experte zu tief in einer Thematik drinzustecken, um noch effektiv andere darin “lehren” zu können, wird im Englischen “Curse of Knowledge” genannt – oder auch “Expert Bias”.

Aber keine Sorge, es gibt gute Wege, um gerade als langjähriger Experte richtig gute Onlinekurse zu erstellen:

  • Sei dir zunächst mal bewusst, dass es diese Schwierigkeit gibt – und widerstehe der Versuchung, dein Wissen “einfach so” in einen Onlinekurs  zu gießen!
  • Wenn du einen Kurs für Einsteiger entwickeln möchtest, gehe vorab in Gespräche mit potenziellen Teilnehmern. Oder finde über Umfragen oder in interaktiven Webinaren heraus, wo diese stehen und was sie als nächste Schritte brauchen.
  • Entscheide dich ggf. dafür, deinen Onlinekurs für fortgeschrittene Lerner zuzuschneiden. Setze bestimmte Eigenschaften / Erfahrungen / erreichte Meilensteine für die Teilnahme an deinen Kurs voraus und betone, dass sich dein Kurs nicht an Einsteiger richtet.
  • Auch wenn du dich selbst in dem Thema sicher fühlst, ist das noch lange kein Garant dafür, dass dein Kurs sich auch gut verkauft und du online als Experte wahrgenommen wirst! Auch als Experte kommst du nicht darum herum, online sichtbar zu werden und durch das Teilen kostenloser Inhalte eine “Fangemeinde” aufzubauen, die deinen Rat schätzt – und dann auch potenziell deinen Onlinekurs kauft.
  • Wenn du dir bereits online eine Reputation als Experte aufgebaut hast, dann wertest du deinen Kurs enorm auf, wenn du ihn nicht als Selbstlernkurs anbietest, sondern auch Zugang zu dir einbaust – z.B. durch die Betreuung in einer Kurs-Community (Forum o.ä.) oder durch eine zusätzliche individuelle Mail- oder Telefonberatung.

2) Du bist “frischgebackener Experte in eigener Sache”

Du hast dir vor nicht allzu langer Zeit ein Thema angeeignet und erfolgreich Ergebnisse erzielt. Jetzt willst du dieses frisch erworbene Wissen gerne in einem Onlinekurs weitergeben. Du hast damit den Vorteil, dass du dich noch sehr gut in die Herausforderungen und subjektiv empfundenen Hürden der Einsteiger einfühlen kannst.

Es birgt auf der anderen Seite die Gefahr, dass du die für dich funktionierende Lösung als “Allheilmittel” ansiehst – und damit übersiehst, dass es Lerner mit unterschiedlichen Voraussetzungen gibt. So kann es leicht passieren, dass dein Kurs dann eher das Selbstbewusstsein einiger Teilnehmer schwächt (“Ich bin wohl zu blöd dazu”), als dass es effektiv voranhilft.

Daher einige Tipps, wenn du dein frisch erworbenes “Expertenwissen” weitergeben möchtest:

  • Sei dir bewusst, dass du in deinem Kurs einen möglichen Weg zum anvisierten Ziel zeigst! Dieses Bewusstsein wird dir helfen, sehr transparent zu kommunizieren, für wen dein Kurs unter welchen Umständen welche Ergebnisse bringen kann.
  • Mache deutlich, dass sich dein Kurs an Einsteiger richtet und steuere die Erwartungen gut, indem du im Verkaufsprozess sehr deutlich machst, für wen dein Kurs gemacht ist – und für wen eher nicht.
  • Wenn du deine Kursunterlagen erstellst und auf Fragen von Teilnehmern antwortest, achte auch hier auf Transparenz und zeige nicht nur die anzuwendende Taktik sondern benenne auch, unter welchen Umständen sie dir Erfolg gebracht hat. Das hilft den Teilnehmern, ggf. den gezeigten Weg etwas abzuwandeln, wenn sie andere Voraussetzungen haben.
  • Um deinen Kurs verkaufen zu können, brauchst du ebenfalls das Vertrauen in dich als Person und eine Online-Sichtbarkeit – die du vorab durch das Teilen kostenloser Inhalte aufbaust.
    Weil du ja noch nicht nachweisen kannst, dass der bei dir funktionierende Weg auch zuverlässig bei anderen funktioniert, arbeite hier mit deiner Story und benenne auch die Ergebnisse.
    Bleib’ dabei aber immer transparent und vermeide Werbeaussagen wie:  “Wie ich mit einer Mail / einer Facebook-Anzeige / einem Webinar 34.567,88 Euro verdiente – komm’ in meinen Kurs, du kannst das auch!”. Hinter solchen Anzeigen steckt selten ein wirkungsvoller und effektiv auf den Lerner abgestimmter Kurs.

3) Du bist selbst mittendrin im Lernprozess

Ich kann mir tatsächlich auch zwei Szenarios vorstellen, in denen du selbst (noch) kein vertieftes Wissen hast und dennoch einen wirkungsvollen Onlinekurs erstellen kannst:

  • Du hilfst mit deinem Kurs beim Umsetzen “eigentlich” ganz einfacher Botschaften, wie z.B. produktives Arbeiten. Wenn du dich da eher in der Rolle eines Moderators siehst und vielleicht selbst auf dem Weg bist, brauchst du gar nicht viel sehr viel Wissensinput hineinzugeben, sondern es reicht, wenn du kurze Impulse gibst oder Diskussions- bzw. Reflexionsfragen. Der Mehrwert des Kurses entsteht dann nicht durch dein Erfahrungswissen, sondern durch den Austausch in der Gruppe und dadurch, dass du die Gruppe so moderierst, dass die Teilnehmer neue Gewohnheiten entwickeln können.
  • Zweites Szenario: Du arbeitest dich selbst gerade in eine “How-To”-Thematik ein, z.B. während du dein erstes Ratgeber-Buch schreibst – und lässt parallel Teilnehmer an deinen jeweils ganz frischen Erkenntnissen und Zwischenergebnissen teilhaben bzw. lernst für dich, indem du für andere ein Thema aufbereitest, was du gerade selbst gelernt hast. Entscheidend ist dann natürlich, dass du das beim Verkauf des Kurses auch genauso kommunizierst.

Ein wichtiger Vorteil bei diesem Vorgehen ist deine hohe Wachheit für dieses Thema, das dich selbst gerade persönlich interessiert. Du begeisterst dich für das Kursthema sicher deutlich mehr als jemand, der schon jahrelange Routine hat.

Außerdem kannst du dich sehr gut einfühlen und bist ganz nah bei deinen Teilnehmern. Ich selbst habe keine Erfahrungen damit, auf diese Weise einen Kurs durchzuführen, kann mir das aber bei bestimmten Themen gut vorstellen, dass das funktioniert und einen Mehrwert stiftet. Du solltest einen solchen Kurs in jedem Fall sehr interaktiv gestalten.

Die Gefahr dabei ist, dass du zeitlich unter Druck geraten könntest, wenn dein eigener Lern- oder Umsetzungsprozess durch äußere Einflüsse ins Stocken gerät. Was du klar kommunizieren solltest beim Verkauf deines Kurses ist, dass du keine Ergebnisse garantieren kannst – sondern lediglich den Weg begleitest und selbst ein Stück weit offen für das Ergebnis bist. So vorzugehen ist etwas für risikobereite, flexible Kursentwickler – aber es ist gut denkbar, auch auf der Basis von sehr wenig Expertenwissen einen wertvollen Kurs zu entwickeln.

Fazit

Die entscheidende Frage ist also nicht, ob du Experte genug bist, um einen guten Onlinekurs zu entwickeln! Vielmehr ist wichtig, dass du dich gut in deine potenziellen Teilnehmer einfühlen kannst und so in der Lage bist, einen realistisch umsetzbaren, motivierenden und praxisnahmen Lernprozess zu gestalten.

Einen guten Kurs zu erstellen ist sowohl als eingefleischter Experte als auch als “frischgebackener Experte in eigener Sache” – und mit etwas Wagemut auch ganz ohne Expertenwissen – möglich. Es kommt nur darauf an, die Zielgruppe gut zu verstehen und transparent zu kommunizieren, für wen genau der Kurs unter welchen Umständen gut zum Ziel führt.

Ein weiterer Aspekt, den ich in diesem Artikel weitgehen ausgeklammert habe, ist ja übrigens, dass “Experte-Sein” nicht gleichbedeutend ist mit “Als Experte wahrgenommen werden”! Doch das gehört in die Kategorie “Marketing” und hätte damit hier den Rahmen gesprengt.


Beitragsbild: William Perugini / Shutterstock.com

Marit Alke

Über Marit Alke

Ich helfe Coaches, Beratern und Dienstleistern dabei, ein nachhaltig erfolgreiches Onlinekurs-Business aufzubauen. Mit Onlinekursen, die Wert schaffen - die also sowohl den Kunden wirkungsvoll voranhelfen als auch dem Anbieter als erfüllende Einkommensquelle dienen. Da dieses Ziel nicht über Nacht zu erreichen ist, plädiere ich für “entspanntes Hineinwachsen ins Online-Business”.