Business-Coach Cornelia Lütge im Interview!

Cornelia Katinka Lütge ist Business-Coach mit Herz und Seele, Autorin, New-Work-Anhängerin und lebenslustiges Nordlicht. Sie ist menschen- und geschichtenverliebt und steckt als Expertin für glückliches Arbeiten sicher auch dich mit ihrer Lebenslust an – wetten?!

 

Liebe Cornelia, deine Mission ist es, Menschen zu einem “glücklicheren Arbeiten” zu verhelfen. Das ist ja zunächst ein weit gefasster Begriff – kannst du uns erklären, worauf es dabei für dich ankommt?

Glück und Arbeit ist auf den ersten Blick in der deutschen Kultur eher ein Gegensatz. Arbeit ist belastend konnotiert; so ernst und schwer. Erfolg muss man sich hart erarbeiten, heißt es auch. Das bricht gerade zunehmend auf; die Jüngeren haben keine Lust mehr auf die Glaubenssätze meiner Generation. Persönlich klatsche ich Applaus und bin heilfroh. Denn wo es uns hinführt zeigt z. B. die steigende Anzahl an Diagnosen, die mit Überlastung zu tun haben. Überhaupt – es gibt diese Aussage „Arbeitszeit ist Lebenszeit“, die nicht nur plausibel, sondern weitreichend in ihren Konsequenzen ist: Mit Sicherheit eint Menschen die Sehnsucht und der Anspruch auf ein gutes Leben; glückliche Momente oder gar Phasen gehören dazu. Das gilt dann ja auch für die Arbeit.

Konkret heißt für mich glücklicheres Arbeiten: eine Karriere, die ins Leben passt. Ob angestellt oder frei schaffend. Damit fängt es schon an. Für viele Angestellte ist eine Freiberuflichkeit undenkbar. Risiko, Unsicherheit, Vertrieb – Gruselwörter! Umgekehrt kenne ich viele Freiberufler, die sich im Leben nicht wieder einem geschlossenen System verpflichten würden. Präsenzzeiten, Vorgesetzte, Hierarchien etc. sind ihre Gruselwörter. Und dann gibt es die, die es nur von sich glauben, dass das eine oder andere für sie stimmig sei und die dem folgen, was sie z. B. in der Familie kennengelernt haben. Früher oder später holt es die meisten ein. Freiwillig oder weil sie ausgenockt werden. Dann kommen die spannenden Fragen. Ich liebe es, diese Prozesse zu begleiten. Und die magischen Momente, wenn Menschen nach dem Erkennen, Begreifen, Entscheiden, Planen und Losmarschieren Glücksmomente haben. Die Form der Arbeit ist also ein Aspekt.

Ein weiterer Aspekt ist die Art der Arbeit: Ich kenne Wissensarbeiter, die zum Handwerker wurden und umgekehrt. Dann die Rolle: Nicht jede/r will Karriere im klassischen Bild machen, d. h. irgendwann mit Führungs- und Budgetverantwortung. Sogenannte Fachkarrieren sind immer mehr en vogue. Nicht zuletzt die Menge an Arbeit – bei lebensphasenorientierten Karrieren z. B. gilt es, die Stundenanzahl den Berufs- und Familienzeiten dem persönlichen Modell nach und nach anzupassen. Wer arbeiten und gut leben möchte, verbindet womöglich die Lust auf eine 30 statt 40 und mehr Stundenwoche. Und kann so reisen, ein Ehrenamt ausüben oder semiprofessionell Sport treiben.

Insofern bedeutet glücklicheres Arbeiten für die Akteure Souveränität, ein hohes Maß an Selbstbestimmtheit, eine hinreichende Beantwortung der Sinnfrage und einen Schulterschluss mit dem privaten Leben. Wir wissen ja längst, dass Menschen dann kreativer, leistungsfähiger und loyaler sind. Von daher haben auch immer mehr Unternehmen ein tatsächliches Interesse daran, gute Rahmenbedingungen zu gestalten. Führung spielt da eine große Rolle.

Aber ich schweife ab.Glücklicheres Arbeiten erlaubt individuelle und dabei volle Potenzialentfaltung unter Bedingungen, die die menschlichen Grundbedürfnisse und Motive respektiert. Selbstverwirklichung, Autonomie und Beziehungspflege gehören dazu! Freiberufler und Angestellte sowie diejenigen mit Führungsverantwortung haben da völlig unterschiedliche Herausforderungen zu meistern. Dies brauchen Alle: die Selbstverantwortung, sich diesen Anspruch zu erlauben. Und sich aktiv an die Umsetzung zu machen, wenn’s hartnäckig blöd ist.

Authentizität ist ein immer wiederkehrendes Element bei dir. “Wer außen wirkt ist innen klar” – das trifft es meiner Meinung nach auf den Punkt! Kannst du unseren Lesern Tipps geben, wie sie diese Klarheit für sich selbst und ihr Business erreichen können?

Es ist ganz einfach: Finde Antworten auf diese Fragen:

 

Was treibt mich an?
Was ist für mich wesentlich?

Und dann:

  • Warum tue ich etwas? (Sinn)
  • Was tue ich? (Ziel)
  • Wie tue ich es? ( Werte)
  • Womit tue ich es? (Kompetenzen und Fähigkeiten)

Es gibt eine kleine aber gewaltige Übung dazu als Auftakt. Dazu braucht man einen Sparringspartner, der/die Lust hat, zumindest geduldig diese eine Frage zu stellen: „Was treibt dich an?“ Setzt euch gegenüber dabei! Wichtig: Die Antwort wird einfach nur vom Fragenden gehört. Wenn sie ins Stocken kommt oder der/die Antwortende glaubt nicht weiter zu wissen, wird die Frage exakt so erneut gestellt. Sieben (!) Minuten lang.

Viele, die diese Übung machen, denken so in aller Stille und Konzentration das erste Mal überhaupt wirklich nach mit einem Kontakt nach Innen zu sich. Das Ergebnis ist oft erstaunlich. Wirkliche innere Klarheit verändert im Außen alles. Zwangsläufig. Das hat mit Resonanz zu tun.

Du hast wache Antennen, ein tiefes Gespür für die Dinge hinter der Fassade und eine sensible Ader. Darf ich fragen, wann du das erste Mal deine Hochsensibilität entdeckt und angenommen hast?

Dass das Kind diesen Namen hat, habe ich vor ca. sieben Jahren entdeckt. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht. Im Nachhinein gingen mir natürlich viele Lichter auf mit Hinblick auf diverse Situationen im Job und Privatleben. Ich habe mich schlau gefragt und gelesen, und dann war es einfach es anzunehmen. Es macht mich schließlich aus. In Coachings und Trainings dient mir die Ausprägung einerseits sehr. Gleichwohl bin ich besonders gefordert, Dinge, die ich extrem schnell wahrnehme und dadurch Hypothesen bilde, achtsam zu prüfen. So gesehen war ich zunächst eher verunsichert. Mittlerweile gehe ich damit gelassen um. Allerdings bin ich konsequenter geworden, auf meine Bedürfnisse zu achten. Manchmal komme ich mir vor wie Mork vom Ork mit 117 Antennen auf dem Kopf, die in alle Richtung ihre langen Fühler ausstrecken. Das kann anstrengend sein. Dann ziehe ich den Stecker. Auszeiten ritualisiere ich.

Als Nordlicht redest du gerne Tacheles, bist zielstrebig und hartnäckig. Ich finde das ist eine tolle Kombination in Verbindung mit deiner Sensibilität! Davon profitieren sicher auch deine Klienten, oder?

Ja, ich höre immer wieder, dass es ganz schön unbequem sei, mit mir zu arbeiten. Und manchmal überraschend lustig. Coaching ist eine Investition. Die Menschen, die sich zur Zusammenarbeit mit mir entschließen, wollen ihren ganz persönlichen Quantensprung. Mein Job ist es nicht, sie mit Wattebäuschen zu bepusten und zu bestätigen, sondern sie über ihre Grenzen zu führen. Behutsam, einladend, fordernd, stärkend, inspirierend, spiegelnd. Klienten merken manchmal nicht, dass sie sich selber beschummeln. Es gibt schon Momente, da frage ich direkt: Willst du meine Sicht hören? Manchmal frage ich nicht. Dann ist sie fällig; das weiß ich dann. Im Coaching ist Provokation durchaus eine hilfreiche Intervention. Meine Antennen sorgen da zuverlässig für das rechte Maß.

Sicher hast Du noch Großes vor! Erzähl uns davon!

Vor rund 16 Jahren habe ich eine Visionsarbeit gemacht. Und danach noch ein paar Mal. Immer wieder habe ich diese Bilder: Eine Leserreise, eine Bühne und eine Gastgeber-Rolle für Viele. Wenn das etwas Großes ist: ok. Ich habe vor zwei Jahren ein heute hochaktuelles Thema eingekreist und nach viel Recherche just vor vier Wochen das Skript gestartet. Nur so viel: Es hat mit glücklicherem Arbeiten zu tun. Und ich etabliere eine Kooperation mit einem Unternehmen, das auf sehr überzeugende und weit entwickelte Art Strategie- und Personalentwicklung betreibt. So komme ich als Solopreneurin mit meiner Vision und Mission zügiger an die Orte des Geschehens mit großer Hebelwirkung: in die Unternehmen! Das ergänzt meine Arbeit mit Einzelnen hervorragend.

Du hast das letzte Wort!

Mein Credo: Nicht das Ankommen ist die Königsdisziplin. Vielmehr der erste Schritt in eine neue Richtung. Und beharrlich dran zu bleiben, wenn’s richtig ist. Am liebsten mit einem Grinsen im Herzen und guter Musik in den Ohren. Denn „das einzig Beständige ist der Wandel“.

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Cornelia Lütge

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