Finanzintelligenz #2 Vermögensbildung & -Anlage für Online-Unternehmer & digitale Nomaden

Hallo liebe Freunde der elopage-Community! Nachdem ich mich in meinem ersten Blog zum Thema „Finanzintelligenz“ erstmal vorgestellt habe, will ich heute mit der Klärung von Begriffen rund um das Thema Vermögensbildung und -Anlage fortfahren. Außerdem gebe ich Euch viele Tipps, wie Ihr Euch wirksam vor Betrug schützt und die richtigen Partner für die Geldanlage findet.

Was braucht man, um sein Geld & Vermögen sicher und gut anzulegen?

Als erstes sicher eine gewisse Finanzbildung. Nur wenn Du bestimme Zusammenhänge verstehst, Anbieter und Marktteilnehmer kennst und auseinanderhalten kannst, kannst Du eine gute Strategie entwickeln.

Im Zeitalter des Internets ist es auch nicht schwierig, sich dieses Wissen anzueignen. Zweimal in der Woche 30 Minuten, das ist alles, was man für einen vernünftigen Umgang mit den eigenen Finanzen braucht. Das hört sich zwar unwahrscheinlich an, aber wie so oft besorgen wir uns Informationen, die wir für eine Entscheidung brauchen, aus dem Netz. Wir planen stundenlang den Urlaub mit Hilfe des Internets, informieren uns über Autos und andere wichtige Investitionen. Aber beim Geld, da vertrauen wir sehr oft einfach dem Berater. Dabei lohnt es sich, sein Geld selbst zu managen. Die wenigsten Menschen kennen die Spielregeln und Strategien ihrer Bank.

Dabei spielen zwei Komponenten einem Berater in die Hände „Gier und Unwissenheit“ im Umgang mit Geld. Diese Situation führt schnell zu Fehlern in der Entscheidung, andererseits aber auch zu Leichtgläubigkeit. Man glaubt den Renditenversprechungen Dritter, ohne sie nachvollziehbar zu prüfen. Oft habe ich in letzter Zeit gehört „ja, aber das passiert mir nicht mehr“ Die Zahlen und Statistiken zeigen aber nach wie vor ein anderes Bild.

Höchste Zeit also, die Finanzen in die eigene Hand zu nehmen!

Die Lösung!

Wie also dieser Situation begegnen? Beobachte andere und höre ihnen zu. Besuche Foren, die sich mit diesen Themen beschäftigen und beteilige Dich an der Diskussion. Stelle Fragen und Berichte über eigene Erlebnisse. Es gibt einige Experten-Community´s im Internet wo man sich Rat holen kann. Einige Beispiele: finanzfragen.net, Sharewise und Wall Street Online bieten eine gute Plattform zum Austausch. Es gibt mittlerweile auch Plattformen, die eine Mitgestaltung der Anlageprodukte ermöglichen. Wikifolio oder investtor kann man dabei nennen.

Wer also als selbstbestimmter Anleger aktiv sein Vermögen managen will, benötigt die bereits im ersten Blog beschriebene Finanzintelligenz.

Hier nochmal die wichtigsten Punkte:

Über Geld reden!

Damit meine ich nicht, mit jedem über sein Vermögen zu sprechen. Aber oft sind diese Themen ja Bestandteil von Gesprächen zwischen Freunden und Kollegen. Hier hat mein eine sehr gute Gelegenheit, Erfahrungen anderer zu nutzen und daraus zu lernen.

Nutze Internetforen um Dich zu informieren, beteilige Dich aktiv mit Fragen und Beiträgen.

Überprüfe die bisher genutzte Dienstleistung Deines Anbieters

Dabei muss man sich immer vor Augen führen, dass eine Bank ein Wirtschaftsunternehmen mit ganz klaren Gewinnerzielungsabsichten ist. Daher sollten Kosten für die Anlage genau geprüft werden (Depotgebühren/Transaktionskosten/Beratungshonorare).

Auch bei „unabhängigen“ Anbietern die Vertriebsstrukturen überprüfen und hinterfragen (Kosten für Marketing/Vergütungsformen der Mitarbeiter).

Bekommst Du hier nicht bereitwillig Auskunft sollte man um so vorsichtiger agieren.

Angebote im Internet und von Bekannten und „Freunden“ immer kritisch prüfen

Nach wie vor werden Jahr für Jahr große Summen durch Fehler in der Anlageentscheidung vernichtet.

Wird Druck gemacht (zeitlich Termine setzt) und zu aggressiv für ein Produkt geworben, ist doppelte Vorsicht geboten.

Immer wichtiger wird Transparenz – Mitbestimmung und messbare Qualität

Bekomme ich vor einer Entscheidung alle Informationen die ich benötige (siehe meine Checkliste zur Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch)?

Kann ich in einem bestimmten Rahmen mitentscheiden und die Strategie und Kosten beeinflussen?

Welche Nachweise für Erfolge in der Vergangenheit gibt es?

Vermeide zu komplexe Anlagestrukturen

Komplexe Strukturen (strukturierte Anlageprodukte wie Fonds und Zertifikate) sind sehr oft wenig transparent und sehr kompliziert in Ihrem Aufbau.

Versteckte Kosten (Transaktionskosten von Fonds usw.) kann man nur schwer erkennen.

Eine Mitbestimmung ist hier nur sehr eingeschränkt möglich.

Den richtigen Partner für die eigene Situation finden

Es tummeln sich ja sehr viele „Berater“ rund um das Thema Geld. Jeder dieser Berater will mit Sicherheit das beste von Euch – Euer Geld!

Daher ist es um so wichtiger, genau zu wissen, mit wem man zusammenarbeitet.

Ausgehend vom Ziel (wie ich es ja in meiner Checkliste beschrieben habe), sollte man sich die Möglichkeiten ganz genau ansehen.

Die Klassische Bankberatung

Sicher die häufigste Form der Anlageberatung, wenn es um das Thema Geld, Sparen und Vermögen geht.

Vorteile:

  • Kunde und Berater kennen sich meist schon länger
  • Bankberater kennt die Vermögenssituation sehr gut, daher ist eine gute Analyse der Situation möglich
  • Meist keine weiteren Konten und Depots nötig

Nachteile:

  • Das Geschäftsinteresse einer Bank kann anders sein als das Kundeninteresse (Bankstrategie)
  • Abhängigkeit von einer Institution
  • Oft recht hohe Kosten (strukturierte Produkte/Fonds usw.)
  • Wenig individuelle Anlagestrukturen möglich

Das vorhandene Vertrauen und die Gewohnheiten führen oft dazu, dass Angebote nicht intensiv genug geprüft werden,

Vermögensberater/Makler

In den letzten Jahrzehnten haben sich verschiedene Vermögensberater am Markt etabliert. Beispiele sind OVB, DVAG, BonnFinanz, AWD und freie Makler.

Vorteile:

  • Mehr Unabhängigkeit als eine Bank, da meist nicht von einem Produktgeber abhängig
  • Oft moderne Analysetools und gute Darstellung der Auswertungen

Nachteile:

  • Gesetzliche Regulierung bezüglich Qualifikation und Ausbildung nur eingeschränkt. (nebenberufliche Tätigkeiten/branchenfremd)
  • Strategien werden meist von der Muttergesellschaft gesteuert
  • Risiko der Vermittlung teurer Produkte, da Provisionsabhängigkeit besteht
  • Meist wird eine Vermögensanlage in strukturierten Produkten angeboten (teuer und unübersichtlich)

Da sich sehr oft diese Berater aus dem Freundes- Verwandten- und Bekanntenkreis rekrutieren, fehlt auch hier hin und wieder die erforderliche Skepsis und Vorsicht (Stichwort Vertrauensvorschuss).

Selbstverwalter

Auf Grund der vielen Enttäuschungen und Fehlberatungen der letzten Jahre nimmt diese Form einen immer größeren Stellenwert ein.

Vorteile:

  • Eigene Wünsche und Ziele können direkt berücksichtigt werden
  • Jederzeit hat man einen Einblick in die Vermögensstrukturen und ist sehr flexibel im Handeln
  • Fehler und Verluste akzeptiert man bei sich selber leichter als bei anderen

Nachteile:

  • Fehlendes Fachwissen
  • Zeitaufwendig (Recherche und Überwachung)
  • Emotionale Reaktionen auf kurzfristige Entwicklung an den Kapitalmärkten

Vermögensverwalter

Im Gegensatz zur Vermögens- oder Anlageberatung werden bei der Vermögensverwaltung nicht nur Anlageratschläge erteilt, sondern Anlageentscheidungen auch eigenständig durch den Vermögensverwalter getroffen. Ziel der Vermögensverwaltung ist es dabei, das Vermögensportfolio des Kunden unter Berücksichtigung seiner spezifischen Risikosituation und -freudigkeit sowie seiner Lebensplanung zu optimieren.

Vorteile:

  • Bankunabhängigkeit
  • variable Kostenmodelle
  • intensiver Austausch mit Beratern
  • zeitliche Entlastung
  • professionelle Betreuung nach Marktsituation

Nachteile:

  • Mindestanlagesumme oft sehr hoch
  • je nach Kostenmodell teuer
  • keine eigene Anlageentscheidung

Leider ist der Begriff Vermögensverwalter nicht geschützt. Daher tummeln sich auch hier sehr gute und weniger gute Anbieter. Wichtig ist auch hier, sich im Vorfeld den Anbieter genau anzuschauen. Welches Kostenmodell wird angeboten (ist der Verwalter an meinem Erfolg beteiligt?) Welche Anlageinstrumente nutzt der Verwalter (strukturierte Produkte oder Einzelwerte). Wie erfolgt die Betreuung und Information über mein Vermögen.

Wie Ihr seht, es ist zwar ein komplexes Thema, aber mit etwas Finanzbildung findet man schnell seinen Weg durch die Finanzwelt. Wir sind ständig am Rechner und als Digitaler Nomade lebt man zu großen Teilen ja von der Recherche und den Möglichkeiten im Internet. Also nutzt dieses Medium um Euch die „Finanzintelligenz“ anzueignen, die Ihr für eine erfolgreiche Vermögensanlage benötigt.

Im nächsten Blog werde ich auf die häufigsten Fehler in der Vermögensanlage eingehen und aufzeigen, wie man diese Fehler vermeidet.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure Meinung und Fragen bei den Kommentaren hinterlasst.

In diesem Sinne

Euer

Kello Sky

Kello Sky

Kello Sky

Kello Sky war über 25 Jahre als Vermögensverwalter und Wertpapierspezialist – zuletzt in der Schweiz – tätig. Heute sieht der erfahrene Finanzspezialist Geld nicht mehr als Selbstzweck, sondern als Hilfsmittel, die eigene Persönlichkeit zu entfalten. Mittlerweile ist er Digitaler Nomade und gibt seine Erfahrungen weiter um anderen dabei zu helfen, ihr Vermögen optimal anzulegen, zu sichern und zu vermehren.

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